Il Decamerone  
               Alles was Spass macht Kunst, Literatur, Mode, Life Style, Liebe, Science Fiction


zurück

Il Decamerone


Il Decamerone von Giovanni Boccaccio bedeutet soviel wie "Zehn Tage" und ist eine der genausten Quellen über die Verbreitung der Pest in Europa im 14. Jahrhundert.

In ein Landhaus in der Nähe von Florenz sind sieben junge Frauen und drei junge Männer vor der Pest (auch Beulenpest oder Schwarzer Tod genannt) geflüchtet, die im Jahre 1348 Florenz heimsuchte. Hier versuchen sich die jungen Leute nach Möglichkeit zu unterhalten. Daher wird jeden Tag ein König oder eine Königin bestimmt, welche ein Thema vorgeben. Zu diesem Thema hat sich nun jeder der Anwesenden eine Geschichte auszudenken und zum Besten zu geben. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück.

Entsprechend ist Il Decamerone eine Sammlung von 100 Novellen.

1. Tag Pampinea:
Jeder sollte über den Stoff sprechen, der ihm am meisten zusagte.

2. Tag Philomen:
Man sollte von Leuten zu berichten, die nach verschiedenem Unheil am Ende doch an ein glückliches Ziel kommen.

3. Tag Neiphile:
Erzählungen wie jemand durch Scharfsinn ein ersehntes Ziel erreichte oder etwas verlorenes zurückgewann.

4. Tag Philostratus:
Liebe die unglücklich machte.

5. Tag Fiammetta:
Liebe, die nach mancherlei Widerwärtigkeiten doch glücklich endete.

6. Tag Elise:
Sie stellte die Aufgabe, Beispiele zu nennen, wie leichtfertig Geneckte durch schnelle und witzige Antwort der Gefahr und dem Spott entgingen.

7. Tag Dioneus:
Streiche, welche Frauen ihren Männern spielten.

8. Tag Lauretta:

Streiche, die sich Eheleute oder anderen Personen gegenseitig spielten.

9. Tag Emilia:
Jeder sollte erzählen was ihm am besten gefällt.

10. Tag Pamphilus:
Beispiele von Edelmut und Hochsinnigkeit.

Die meisten dieser 100 Geschichten aus arabischen, indischen, persischen, altfranzösischen und sonstigen Quellen. Boccaccio gab ihnen, ähnlich wie die Gebrüder Grimm mit Grimms Märchen in Deutschland, erst eine literarische Form.

Eine der witzigsten Geschichten ist jene vom Koch, der seiner Geliebten eine Keule von dem gebratenen Kranich abschneidet. Seinem Herrn erzählt er, dass Kraniche nur ein Bein besitzen und weist zum Beweis dessen auf die Vögel, die nach ihrer Art auf einem Fuße stehen hin.
Der Herr aber schreit Ho! Ho!, dass die Kraniche erschreckt auch das andere Bein herunterlassen und entfliehen. "Nun, Spitzbube?" fragt er dann zornig. "Ja," sagt der Koch, "hättet Ihr den von gestern abend auch so angeschrieen, hätte auch er die andere Keule noch herausgestreckt!"

Am gelungensten sind jedoch jene Geschichten, die ins sexuelle Gebiet abschweifen. Die derbe Komik und die nun einmal nicht wegzuleugnende Obszönität der Stoffe wird durch die die schriftstellerische Form ein wenig geadelt. Boccaccio selbst hat sich am Ende seines Werkes gegen den Vorwurf der Unsittlichkeit verteidigt. Stärker noch als gegen die Obszönität einiger Stücke hat sich der Unwille vieler gegen den Hohn und Spott gerichtet, mit dem der Decamerone die Mönche und Nonnen und das ganze Priestertum des 14. Jahrhunderts überschüttete.


zurück






  Startseite

  New Fantasy

© COPYRIGHT 2007
New Fantasy
Il Decamerone von Giovanni Boccaccio